Kurz
beantwortet.
Was wir öfter gefragt werden. Vertiefende Antworten und Fotos im Partnerbereich.
01Leistung und Einsatz
Wie schnell und wie hoch fliegt die Drohne?
Ausgelegt ist SkySkipperONE auf einen Marschflug mit rund 600 km/h in bis zu 12 km Höhe. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei bis zu 1.000 km/h, die Mindestgeschwindigkeit bei rund 250 km/h. Ab etwa 800 km/h saugt das Triebwerk Umgebungsluft an und arbeitet als Ramjet: Der mitgeführte Oxidator wird geschont, die Reichweite steigt. Alle Werte sind Entwicklungsziele und werden in der Flugerprobung bestätigt.
Wie startet und landet die Drohne?
SkySkipperONE startet von einem Katapult am Feldrand, eine Startbahn ist nicht nötig. Das Katapult ist mobil und schnell aufgebaut. Nach dem Einsatz landet die Drohne auf einer freien Fläche, wird betankt und ist wieder startbereit. Das genaue Bergekonzept wird in der Flugerprobung festgelegt.
Wie groß ist die Reichweite?
Die Reichweite hängt von Klasse, Nutzlast und Flugprofil ab. Zwei Dinge verlängern sie deutlich: Ab rund 800 km/h atmet das Triebwerk Umgebungsluft und schont so den mitgeführten Oxidator, und in Gleitphasen fliegt die Nurflügel-Zelle ganz ohne Antrieb. Belastbare Werte nennen wir nach der Flugerprobung.
Welche Nutzlasten kann die Drohne tragen?
Je nach Klasse von leichten Sensoren bis zu 80 kg in Klasse L. Vorgesehen sind unter anderem Kameras und Infrarotsensoren für Aufklärung und Erkennung sowie modulare Effektoren. Die Nutzlast wird an die Aufgabe des Betreibers angepasst.
Wie gut ist die Drohne zu entdecken?
Die flache Nurflügel-Form hat eine kleine Silhouette. In Gleitphasen läuft das Triebwerk nicht, die Drohne fliegt dann ohne Triebwerkssignatur. Im Marschflug ist sie mit rund 600 km/h schnell und damit nur kurz im Erfassungsbereich.
Wie wird die Drohne gesteuert?
Vorgesehen ist eine KI-gestützte Steuerung, die auch ohne Funkverbindung arbeiten kann. Das macht die Drohne unabhängiger von Störungen der Datenverbindung. Details zur Flugsteuerung erhalten Partner auf Anfrage.
Ist die Drohne wiederverwendbar?
Ja. SkySkipperONE startet vom Katapult, landet nach dem Einsatz, wird betankt und startet erneut. Weil das Triebwerk keine beweglichen Teile hat, fällt zwischen den Flügen kaum Wartung an. Das senkt die Kosten pro Einsatz deutlich gegenüber Systemen, die nur einmal fliegen.
02Antrieb und Keramik
Warum kein Turbojet?
Ein Turbojet braucht Verdichter, Turbine, Lager, Ölversorgung und eine Startprozedur. Das macht ihn teuer, wartungsintensiv und empfindlich gegen Staub und Fremdkörper. Aggregat99 hat keine beweglichen Teile und braucht keine Kühlung. Es zündet ohne Vorlauf, arbeitet im Raketenmodus auch ohne Luft und wechselt im Flug in den luftatmenden Betrieb. Für eine Drohne, die schnell, oft und unter Feldbedingungen starten soll, ist das der einfachere und robustere Weg.
03Treibstoff und Logistik
Warum kein Flüssigsauerstoff?
Flüssigsauerstoff muss bei −183 °C gelagert werden, verdampft ständig und braucht Spezialbehälter, Kühlung und eine geschulte Mannschaft. Eine betankte Drohne kann damit nicht lange in Bereitschaft stehen. Perhydrol und Methanol sind dagegen bei Umgebungstemperatur flüssig, drucklos lagerfähig und lassen sich wie normale Betriebsstoffe handhaben. Genau das braucht ein System, das im Feld und ohne große Infrastruktur eingesetzt wird.
Wie sicher ist Perhydrol im Feld?
Perhydrol ist ein bekannter Industriestoff, der seit Jahrzehnten in großen Mengen transportiert und gelagert wird. Entscheidend sind die richtigen Behälter und Abläufe: Lagerung in Behältern aus Reinstaluminium, Betankung über geschlossene Kupplungen ohne offenes Umfüllen und Abstand zu organischem Material. Unter diesen Bedingungen ist es im Feld sicher handhabbar. Ausführliche Sicherheits- und Handhabungsunterlagen stellen wir Partnern auf Anfrage zur Verfügung.
Wie sicher ist Wasserstoffperoxid als Treibstoff?
Wasserstoffperoxid ist eine bewährte Industriechemikalie. Weltweit werden jedes Jahr mehrere Millionen Tonnen hergestellt, gelagert und transportiert, vor allem zum Bleichen von Zellstoff und Papier, in der Textilindustrie und in hochreiner Form für die Halbleiterfertigung. Es ist bei Umgebungstemperatur lagerfähig und braucht weder Kühlung noch Druckbehälter.
Beim Zerfall entstehen nur Wasserdampf und Sauerstoff. Es gibt keine giftigen Abgase, deshalb gilt hochkonzentriertes Wasserstoffperoxid in der Raumfahrt als „grüne“ Alternative zum giftigen Hydrazin. Hochkonzentriertes Wasserstoffperoxid ist trotzdem Gefahrgut: Ab 60 % ist es als oxidierender und ätzender Stoff eingestuft (UN 2015, Klasse 5.1 mit Nebengefahr 8). Transport, Lagerung und Umgang folgen deshalb den geltenden Vorschriften, in zugelassenen Gebinden, mit geschultem Personal und fern von organischem Material.
Gegenüber tiefkaltem Flüssigsauerstoff entfällt die aufwendige Kryotechnik. Anders als Akkus entlädt sich der Treibstoff im Lager praktisch nicht: In geeigneten Behältern verliert er nur rund ein bis zwei Prozent pro Jahr, hoch konzentriert ist er sogar stabiler als verdünnt. Wie die Handhabung in einem konkreten Einsatz aussieht, legen wir gemeinsam mit Herstellern, Behörden und dem jeweiligen Betreiber fest.
Woher kommt der Treibstoff?
Methanol und Perhydrol lassen sich dezentral aus Strom herstellen, über Elektrolyse und Synthese. Das geht mit Netzstrom, mit Solar- oder Windstrom oder mit einem Generator vor Ort, auch mit Überschussenergie. Damit entfällt die lange Lieferkette über Tankzüge: Der Treibstoff kann dort entstehen, wo er gebraucht wird. Das macht den Betrieb unabhängiger und schwerer angreifbar.
Wie lange dauert das Betanken?
Rund fünf Minuten. Methanol und Perhydrol werden über geschlossene Kupplungen getankt, ohne Kühlung und ohne Druckbehälter. Im Vergleich zu Akku-Drohnen, die Stunden am Ladegerät hängen, ist die Drohne damit sehr schnell wieder einsatzbereit.
04Entwicklung und Zusammenarbeit
Wer entwickelt das Triebwerk?
Aggregat99 kommt von AggregatX. AggregatX entwickelt die additive Fertigung hochtemperaturbeständiger Keramik und das daraus gedruckte Triebwerk. SkySkipperONE ist die Drohnenplattform dazu, ein Projekt der INVENTIO GmbH. Triebwerk und Zelle werden aufeinander abgestimmt entwickelt.
Wo steht die Entwicklung?
2026 wurde das erste lasergedruckte Keramik-Triebwerk vorgestellt. Erste Flugversuche mit Zellen laufen mit Elektro-Impellern. 2027 folgen die SkySkipper-Zellen mit 1,2 bis 6,4 m Spannweite. Der nächste Schritt ist die Integration von Aggregat99 in die Zelle und die Flugerprobung aller Betriebsmodi.
Unterliegt das System der Exportkontrolle?
Ja. Als Verteidigungsgut unterliegt SkySkipperONE den geltenden Exportkontrollvorschriften. Lieferungen und die Weitergabe technischer Unterlagen erfolgen nur mit den erforderlichen Genehmigungen der zuständigen Behörden. Wir klären das mit jedem Partner frühzeitig.
Was kostet eine Drohne?
Der Preis hängt von Klasse, Nutzlast und Stückzahl ab. Weil Triebwerk und kleine Zellen gedruckt werden, sinken die Kosten mit der Stückzahl deutlich. Ein Angebot erstellen wir auf Anfrage.
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